Pfusch an öffentlichen Bauten sollte für Politiker Konsequenzen haben

Ronny Kumpf, Vorsitzender AfD Magdeburg, FotoAfD/Pixabay_OpenClipart-Vectors_schorschel1982

Die 546 Metallschilder an der Fassade der Oberfinanzdirektion Magdeburg sind Spiegel der Vetternwirtschaft und Verschwendung.

„Geradezu ein Meisterstück im indifferenten Umgang mit Steuergeldern“ habe die Politik mit ihrem „Schildbürgerstreich“ rund um die 546 Metallschilder des Hallenser Künstlers und Hochschullehrers Ludwig Ehrler an der Fassade der Oberfinanzdirektion in der Magdeburger Erzbergerstraße abgeliefert. Dies erklärt der Magdeburger AfD-Stadtrat Ronny Kumpf angesichts der jüngsten Kehrtwende des Landesfinanzministeriums in Sachen Spiegel-Installationen.

Mitte Juni waren die für viele Magdeburger ein ästhetisches Ärgernis darstellenden Spiegel, die einst für 450.000 D-Mark (über 230.000 Euro) montiert (Magdeburger Volksstimme) wurden, deren Verwendung alleine schon fraglich war, entfernt worden. Dies geschah jedoch nicht aus künstlerischen Überlegungen, sondern weil sich einzelne Spiegel gelöst hatten und auf diese Weise nicht nur das psychische, sondern auch das physische Wohlbefinden der Magdeburger in Mitleidenschaft hätten ziehen können. Dies bestätigte auch ein Sprecher des Landesfinanzministeriums.

Damit hatten die Betreffenden aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und deren Beauftragte für den Bereich „Kunst am Bau“ sollen einem Zeitungsbericht zufolge beim Land als Miteigentümer nun eine „ingenieurtechnische Bewertung“ durchgesetzt haben – Kostenpunkt ungewiss. Ziel sei es, die „Kunst“ wieder am ursprünglichen Standort anzubringen, Kostenpunkt ebenfalls ungewiss. Rückendeckung gibt es vom Rektor jener Kunsthochschule, an der der mittlerweile verstorbene Schöpfer des Werks gelehrt hatte.

„Ein Abgrund an Vetternwirtschaft, Verschwendung und Bürgerverachtung“, meint Ronny Kumpf in Anbetracht der zusätzlichen Kosten und möglicherweise neuerlichen Gesundheitsrisiken, die von einer Wiederinstallation ausgehen würden. „Pfusch am Bau wird bei Handwerkern erbarmungslos geahndet und die Betroffenen können auf kein Entgegenkommen hoffen. Es wird Zeit, dass der Pfusch durch sogenannte Kunst am Bau auch für die verantwortlichen Politiker Konsequenzen hat.

Drucken