In Brandenburg 172 Minderjährige verschwunden – SPD-Minister ahnungslos

Thomas Jung MdL, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Brandenburgischen Landtag, FotoAfD/Pixabay_Peggychoucair_kalhh

Ich hätte von einem SPD-Innenminister erwartet, dass er für die Minderjährigen in sozialer Obhut mehr Interesse zeigt.

Der innenpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion in Brandenburg, Thomas Jung, findet es erschreckend, dass die 172 Fälle von vermissten Minderjährigen in Brandenburg für die Landesregierung offensichtlich kein Thema sind: „Wie können Fälle von 172 vermissten Minderjährigen in Brandenburg einfach unter den Tisch fallen? Wenn aus der Obhut einer Sozialeinrichtung plötzlich Kinder verschwinden, sind das doch ganz normale Vermisstenfälle. Die Polizei weiß das. Dass Justiz und Jugendministerium darüber keine Erkenntnisse haben, liegt wohl an der Tatsache, dass sich niemand für die Vermissten im noch rot-roten Brandenburg interessiert. Hier muss schleunigst länderübergreifend ermittelt werden. Ich hätte vom SPD-Innenminister erwartet, dass er für diese Minderjährigen mehr Interesse zeigt. Vermutlich wird das Aufgabe des nächsten Innenministers werden.“

Angaben des Landeskriminalamts zufolge werden in Brandenburg derzeit 172 Minderjährige vermisst. 47 von ihnen sind jünger als 14 Jahre. Darunter sind wohl auch Fälle von Kindesentziehungen ins Ausland sowie unbegleitete minderjährige in Brandenburg registrierte Flüchtlinge (umF), die mit unbekanntem Ziel verschwunden sind. Laut Berichten verschiedener Medien sollen vietnamesische Kinder auch zur Zwangsarbeit in die Region geschleust worden sein. Auf die Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion (Nr. 4664) hatte der AfD-Innenexperte Thomas Jung nach Kenntnissen der Landesregierungen zu laufenden Verfahren gegen Tatverdächtige in Brandenburg oder Berlin gefragt, z. B. inweiweit Kenntnisse darüber bestehen, ob Kinder oder Jugendliche aus Berlin und Brandenburg zum Zwecke einer Eheschließung nach Brandenburg, etwa nach Fürstenwalde, verkauft oder gegen Gegenleistung überlassen worden sind. Die Antwort ist ernüchternd und wirft Fragen auf: „Die PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik) des Landes Brandenburg weist keine derartigen Fälle für Brandenburg aus. Aussagen zu Sachverhalten mit Bezug zu Berlin sind auf Grund der fehlenden Zuständigkeit nicht möglich.“

Drucken